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Das Planen unserer Hochzeit - da wirst deppert

Heute erzähle ich euch eine kleine Geschichte, die Geschichte vom Planen unserer Hochzeit. Eigentlich möchte man ja meinen, es sei ganz einfach: Man entscheidet sich zur Offiziellmachung einer Paarbeziehung, absolviert die dazugehörigen Behördengänge und schmeißt anschließend eine Party für Freunde und Familie. Ist kein besonders neues Prinzip, haben die meisten Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern vor uns auch schon hinter sich und sollte damit ein recht erprobtes Procedere sein. Möchte man meinen. Nicht so bei unserer Hochzeit: Wir feierten 2010 schon die eingetragene Partnerschaft, wie soll man da mit der Familie und Freunden nochmals die Ehe feiern? Ist für die doch eigentlich das selbe. Nochmals Geschenke entgegen nehmen - das kommt für uns überhaupt nicht in Frage. Doch wie teilen wir das den Gästen von unserer "eingetragenen Partnerschaft" - Feier mit.

Hinzu kommt: was ich in den vergangenen Wochen, gar Monaten zum Thema Hochzeitsplanung gelernt habe, lässt mich teilweise an meinem Verstand zweifeln. Und darüber muss ich mich jetzt mal kurz ein bisschen aufregen. Schon klar: Eine Hochzeit ist eine Angelegenheit, die man im Idealfall nur ein einziges Mal im Leben in den Hauptrollen absolviert. Und mit dem Idealfall meine ich: Statistisch gesehen sind die Chancen 50 : 50, dass das Prinzip “bis der Tod uns scheidet” auch wirklich eintritt. Und weil dieser Tag ja gemeinhin der schönste im Leben sein muss, wird in seinem Umfeld inszeniert, bis alle Beteiligten zumindest einen Nervenzusammenbruch erlitten haben. Schließlich hat bei einer Hochzeit alles perfekt zu sein.

Das Motto dabei: Alles muss zusammenpassen! Alles muss aufsehenerregend sein! Wusstest du nicht, dass Bordeaux, Lavendel und Mauve in diesem Jahr die Trendfarben sind? Wer keine Taschentücher für die Freudentränen austeilt, hat sich nicht genug Mühe gegeben! Wer keinen Fotografen und Videografen für 2000 Fotos und 5 Stunden Filmmaterial in Full HD akquiriert, wird es ein Leben lang bereuen! Vergiss nicht, als Gastgeschenke 200 teelöffelgroße Marmeladegläser vorzubereiten! Und: alles muss so individuell sein, wie es die Hochzeitsabteilung im Dekoladen nur erlaubt! Ganz ehrlich: Muss man sich wirklich so unter Druck setzen, dass man den eigentlichen Sinn der Hochzeit zwischen dreihundert Pinterest-Fotos vergisst? Muss man sich als Bräutigam wirklich bis zur Unkenntlichkeit herunterhungern und aufstylen lassen, wo man am Tag der Hochzeit doch ausschließlich von Freunden und Familie umgeben ist, die einen in den meisten Fällen auch schon mit fettigen Haaren, furzend in Jogginghose kennen? Schon fast einen Kredit aufnehmen um den teuren Sweet Table finanzieren zu können?

Wenn ich so zurückdenke, wie Hochzeiten noch vor zehn Jahren ausgesehen haben und welche Erinnerungsfotos und Souvenirs von den Hochzeiten unserer Elterngeneration übrig geblieben sind, ist doch eigentlich leicht zu erkennen, was bei einer Hochzeit wirklich zählt: ein gemeinsamer, schöner Tag mit Freunden und Familie, gutes Essen, eine feine Zeit – und vielleicht zwei, drei schöne Fotos, die ihren Weg in Alben, in Bilderrahmen und auf Wohnungswände finden. Jene Hochzeitsfotos, die in unserem Freundes- und Bekanntenkreis am liebsten angeschaut werden, sind nämlich nicht die hochglänzenden Profibilder, vom Getting-Ready, von der Candybar und dem thematisch kuratierten Tischschmuck, der fünfzehn vordefinierten Personengruppen in Reih und Glied und der Kutsche mit den weißen Pferden, sondern schlicht die Schnappschüsse, die Freunde und Verwandte mit dem Handy oder der uralten Kompaktkamera aufgenommen haben und die spontane Emotionen zeigen, ganz abseits von inszenierten Absonderlichkeiten. Man braucht kein Alpaka mit Schleier, auch keinen 3 m hohen Luftballonbogen, Knicklichter für den ersten Tanz, ...

Klar, es sei jedem unbenommen, trotzdem eine Feuershow zu buchen und bis zu dreitausend Euro für Blumenschmuck auszugeben, jedem Gast ein vergoldetes Schnapsglas mit den Initialen des Brautpaars zu schenken und zu Mitternacht einen überlebensgroßen Schokobrunnen, garniert mit Cirque de Soleil-Artisten in den Saal zu schieben. Bloß: Wirklich zählen tut bei einer Hochzeit wohl etwas anderes, das sich nicht um Geld kaufen lässt. Und übrigens: Statistisch gesehen hält eine Ehe umso länger, je weniger Brimborium um den “großen Tag” gemacht wurde. Deshalb, unsere Hochzeit wird ganz einfach, klein und unkompliziert werden. Wir werden nach den Behördenformalitäten mit Freunden und der Familie nett etwas essen gehen, gemeinsam lachen und den Tag genießen. Mit dem dadurch ersparten Geld werden wir Zwei uns einen wunderschönen Urlaub gönnen. Übrigens, die Hochzeit findet im Herbst statt. Bilder und ein kleiner Bericht folgen!

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