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Internationaler Tag des Kusses

Hallo und liebe Grüße aus Wien. Heute darf fleißig geküsst werden, denn am 6. Juli ist der internationale Tag des Kusses. Dieser Tag wurde am Anfang der 1990er Jahre in Großbritannien etabliert. Der Tag wurde kreiert, um den Kuss schätzen zu lernen und natürlich um ihn zu genießen. Am besten gebt ihr heute jeden den ihr trefft einen dicken, feuchten Kuss. Sagt mir wo ihr seid, ich komme vorbei. Heute befasse ich mich jedoch mit dem Begrüßungskuss. Geküsst wird schon seit über 2000 Jahren, beispielsweise im Alten Rom, wo es sogar ein „Kussrecht“ gab. Auch die Bibel erwähnt die Begrüßung per Kuss, war sie doch ein Erkennungszeichen früher Christen. Pannen bei Wangenküssen sind vorprogrammiert: Dazu gehört beispielsweise, mit den Köpfen zusammenzustoßen, weil sich die Kusspartner über die Richtung uneins sind. Oder schon nach einem oder zwei Küsschen den Kopf wegzuziehen, obwohl der andere noch weiterbusseln wollte. Um solche Patzer zu vermeiden, hat jede Nation ihre eigenen ungeschriebenen Regeln, wer wen zu welcher Gelegenheit wie oft küsst. Die schlechte Nachricht vorneweg: Ganz lässt sich die Kuss-Verwirrung nicht beseitigen. Die Schweizer beispielsweise orientieren sich an ihren kussfreudigen Nachbarn und verteilen in manchen Regionen drei Wangenküsschen (wie einige Franzosen), in anderen dagegen nur zwei (wie die meisten Italiener). Deutschschweizer fanden bis vor einigen Jahren drei Küsschen normal, geben sich neuerdings aber zunehmend mit einem einzigen Kuss auf die rechte Wange zufrieden.

In Österreich ist es bei weitem am gebräuchlichsten, zwei Luft-Bussis an Freunde und Bekannte zu verteilen, und zwar in der Reihenfolge rechts-links. Daneben existieren auch Versionen mit einem und drei Küsschen – ganz so einfach wollen wir es uns scheinbar doch nicht machen. Auch Spanier geben sich meist zwei Bussis zur Begrüßung, genau wie Deutsche und Kroaten. In Serbien sind drei Küsschen verbreiteter, ebenso in den Niederlanden. In Frankreich sind zwei Küsschen zwar üblich, es gibt aber auch eine Drei-Kuss- und sogar die Vier-Kuss-Variante („quatre bises“), die vor allem im Großraum Paris und im restlichen Nordfrankreich ihre Anhänger hat. Weitere Besonderheit in Frankreich: Auch Kinder und Erwachsene begrüßen sich mit Küsschen. Angefangen wird dabei immer auf der linken Wange. Da heißt es für Rechtsküsser „aufgepasst und ausgewichen“, sonst droht ein Kuss mitten auf den Mund. Einfacher haben es österreichische Küsser im Land von Pizza und Pasta: Italiener beginnen die Bussi-Begrüßung meist auf der rechten Seite – immerhin eine Pannengefahr weniger. In jedem Küsschen-Land die Anfangsseite festzulegen, wäre durchaus von praktischem Nutzen. Natürlicher ist übrigens die französische Variante, schließlich neigen rund zwei Drittel der Menschen ihren Kopf beim Küssen nach rechts. Blickt man über den EU-Tellerrand hinaus, wird alles noch viel komplizierter. In Japan und anderen asiatischen Ländern sollten Touristen besser ganz auf Küsse in der Öffentlichkeit verzichten. Dort nämlich besagt ein Kuss soviel wie „Ich möchte mit dir schlafen“. Ähnlich verhält es sich in Indien: Da der Kopf dort als Sitz der Seele angesehen wird, sind Berührungen desselben unangebracht und tunlichst zu vermeiden – zumal mit den Lippen. Auch Völker wie die Lappen oder die Inuit, bei denen der Nasenkuss gängig ist, finden reguläre Bussis eher anstößig. Vorsicht auch im arabischen Raum: Dort küssen sich meist nur Männer zur Begrüßung. Also ganz meins. 

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