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Das war mein peinlichster Moment

Hallo und Willkommen auf meinem Blog. Ich liebe ja solche Tage, die man irgendwie nicht ernst nehmen kann und soll. Wenn man ihnen dann noch einen Ehrenplatz im Jahr widmet, ist es "die" Gelegenheit, darüber auch einen Blogartikel zu schreiben. Nach dem Schniblo-Tag folgt also der "Tag der peinlichen Momente". Am 18. März ist es soweit, wir „feiern“ also den "Tag der peinlichen Momente". An diesem Tag erinnern wir uns an die Momente, die nicht so wie geplant gelaufen sind und die uns die Schamesröte in die Wangen schießen ließ. Das Schöne ist: nach dem ersten Schock sind die Geschichten gar nicht mehr ganz so peinlich, sondern eignen sich perfekt für witzige Anekdoten. Auch bei mir ließ es sich nicht vermeiden, in das ein oder andere Fettnäpfchen zu treten. Peinliche Momente gibt es wahrlich genug. Bei manchen Leute mehr als anderen, aber was den Peinlichkeitsfaktor einer Situation ausmacht, liegt meiner Meinung nach immer auch stark im Auge des Betrachters. Wie dem auch sei, für alle, die schon mal vor Scham am liebsten im Boden versunken wären, ist jetzt die Gelegenheit, dazu zu stehen und es mit Humor zu nehmen. Letztendlich sind die meisten dieser Situationen einfach (…) menschlich. Wer von seinen peinlichen Momenten berichten möchte, kann das gerne in den Kommentaren machen. Ich kann von einer Situation berichten, die mir in meiner Lehrzeit passiert ist und ich heute noch gerne zurückdenke. Nach getaner Arbeit in einem Hotel nahe dem Bodensee setzte ich mich spät Abends frisch geduscht in mein Auto und fuhr zur nahe gelegenen Klappe, einem Cruising-Areal nahe Hohenems in Vorarlberg. Als ich durchs Gebüsch marschierte, sah ich einen feschen großen muskulösen durchtrainierten geilen Mann vor mir stehen. Die Hose war leicht geöffnet, sein Hemd aufgeknöpft. Die Muskeln und der Body machten mich an. Mehr konnte ich noch nicht sehen, es war dunkel, die Lichter der Autobahn schimmerten nur leicht durch die Sträucher. Voller Erwartung ging ich in seine Richtung und da stand er - mein Lehrmeister und Chef! Wir wären wohl beide am liebsten im Erdboden versunken. Ich wusste nichts von seiner sexuellen Neigung, genauso wie er von mir nichts wusste. Schließlich war er "der" Frauenheld bei den Gästen und MitarbeiterInnen. Meinen Wunsch, die weite Welt zu bereisen, wäre ich am liebsten sofort angetreten. Wie es ausging? Wir pflegen heute noch einen sehr guten Kontakt. 

Ich liebe peinliche Situationen. Ich finde Menschen, die ständig auf Perfektion beharren (und so tun, als würden sie die auch immer erreichen) total nervig. Wenn du in einem peinlichen Moment bist, dann fühlst du dich vielleicht wie der einzige Mensch auf der Welt. Viele sehen Peinlichkeit als nur negative Emotion. Sie hat allerdings eine wichtige soziale Funktion, wenn wir herausfinden wollen, wem wir vertrauen können und zu wem wir Beziehungen aufbauen. In meinem beschriebenen Fall wurde aus meinem Chef und Lehrmeister ein wunderbarer Freund. Schließlich hatten wir beide ein peinliches Geheimnis zu hüten. Die Freundschaft hält bis heute. Die Fähigkeit, Peinlichkeiten zu erleben, ist ein Aspekt deiner Selbst, der dich anderen näher bringt. Wenn dir etwas peinlich ist, dann kannst du eine Verbindung zu anderen aufbauen, denn fast jeder hat das irgendwann in seinem Leben bereits erlebt. Wenn du über dich lachen kannst, dann kann ein peinlicher Moment ein Gesprächseinstieg sein und du findest neue Freunde. Das Beste ist, wenn du einen peinlichen Moment akzeptierst. Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen, also warum solltest du den Moment verleugnen? Peinliche Situationen können überall entstehen. Bei der Auswahl der Kleidung, in der Arbeit, beim Einkauf, während dem Sex, im Kino, auf Reisen, in den eigenen 4 Wänden, bei Freunden und Verwandten, beim Nachbarn, in der Therme, auf einer Party, ... Genieße sie, spätestens am "Tag der peinlichen Momente" kannst du darüber lachen. 

Bild: Megan Krause / Pixabay

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