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Am 26.10. ist der "Tag der Intersexualität"

Hallo und liebe Grüße aus Wien. Schön dich wieder bei mir zu sehen. Habt ihr das gewusst? Am 26.10. ist der internationale "Tag der Intersexualität". Dieser Tag findet jährlich am 26. Oktober statt. Doch was bedeutet Intersexualität? Menschen jenseits der zwei Geschlechter können dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht nicht eindeutig zugeordnet werden. Dieses Phänomen der geschlechtlichen Uneindeutigkeit, die Intersexualität, wird weitestgehend tabuisiert, sodass betroffene Menschen meist am Rande der Gesellschaft leben. Mit dem Phänomen hat sich bislang vorwiegend die Medizin auseinandergesetzt. Erst nach bekannt werden der Leidensgeschichten der Betroffenen durch medizinische Eingriffe wurde deutlich, wie wichtig die psychologische Betreuung von intersexuellen Menschen ist. Den meisten Menschen erscheint unser Zweigeschlechtersystem (Mann/Frau) als natürlich. Im Alltag kommt diese Zweiteilung der Geschlechter in fast allen Bereichen zum Vorschein, wie zum Beispiel bei Formularen, Umkleidekabinen oder bei der Namensgebung eines Neugeborenen. Für die meisten werdenden Eltern stellt sich somit die Frage nach dem Geschlecht des Kindes. Doch was geschieht wenn diese Frage nicht beantwortet werden kann? Wie sieht der Umgang mit Intersexualität in einer Gesellschaft aus, in der die Existenz dieses Phänomens weitläufig unbekannt ist?

Wissenschaftlich ist die Vorstellung veraltet, dass sich alle Menschen in zwei Geschlechter einteilen lassen. Immer wieder kommen Babys auf die Welt, die weder eindeutig Mädchen noch Jungen sind. Die Fachwelt spricht in diesem Fall von Intersexualität. Statistisch gesehen dürfte jeder von uns einen intersexuellen Menschen kennen: Die Häufigkeit liegt bei ungefähr 1 zu 500. Im Alltag jedoch ist das Wissen der Gesellschaft über Intersexualität nicht sehr groß. Es gibt Vorurteile und auch Verwechslungen, etwa mit Transsexuellen. Auch im Sport ist Intersexualität immer wieder ein Thema: 1966 gewann zum Beispiel die österreichische Skirennläuferin Erika Schinegger als 18-Jährige den Weltmeistertitel im Abfahrtslauf. Weitere wichtige Weltcupsiege folgten, bis im Vorfeld der Olympischen Spiele 1968 bei einem medizinischen Test festgestellt wurde, dass Schinegger männlich ist. Durch eine Ausprägung der Intersexualität, bei der die Geschlechtsteile nach innen wachsen, wurde das Geschlecht jahrelang nicht richtig identifiziert. Schinegger entschied sich zu einer Operation und der Änderung des Vornamens von Erika in Erik. Der Weltmeistertitel von 1966 wurde ihm nachträglich aberkannt. Zu ähnlichen Debatten führte 2009 auch der jüngste Fall der Athletin Caster Semenya aus Südafrika bei der Olympiade in China.

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