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Song Contest 2019 in Tel Aviv

Hallo und liebe Grüße. Erst kürzlich habe ich über den Song Contest 2019 berichtet. Dabei ging es darum, dass die Türkei am Song Contest nicht teilnehmen wird. Heute habe ich so nebenbei mitbekommen, dass die Schwulenhochburg Tel Aviv den Eurovision Song Contest 2019 am 18. Mai austragen wird. Das teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalter mit. Unstimmigkeiten zwischen der EBU und der israelischen Regierung wegen möglicher Visa-Beschränkungen für Teilnehmer könnten wohl in den kommenden Tagen ausgeräumt werden.

Die EBU hat nach Medienberichten unter anderem die Zusage von Israel gefordert, dass Visa ohne Blick auf politische Ansichten vergeben werden. Israel hatte im Jänner dagegen angekündigt, Aktivisten bestimmter Organisationen, die zu einem Israel-Boykott aufrufen, die Einreise zu verweigern. Den Berichten zufolge fordert die EBU auch keine Beschränkungen durch die religiösen Vorschriften für den Sabbat, den jüdischen Ruhetag. Das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) findet traditionell am Samstagabend statt, direkt zum Ende des Sabbat. Proben müssten allerdings währenddessen stattfinden. Nach jüdischem Religionsgesetz ist an dem Tag jedoch jegliche Arbeit verboten. Der stellvertretende Gesundheitsminister Jakov Litzman hatte bereits gefordert, durch die Vorbereitungen des Wettbewerbs dürfe der Sabbat nicht verletzt werden. Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai hatte nach Angaben der Nachrichtenseite “ynet” der EBU dagegen bereits zuvor zugesichert, dass das Kongresszentrum im Norden der 430.000-Einwohner-Stadt als Veranstaltungsort durchgängig genutzt werden könne. Zudem werde es in der Stadt auch am Sabbat öffentlichen Nahverkehr geben.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Querelen um Israel als ESC-Gastland gegeben – unter anderem um den Austragungsort. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zunächst fest mit Jerusalem geplant – so wie 1999, als Israel zuletzt Gastgeber des ESC war. Doch Jerusalem gilt aus politischen Gründen als heikel, weil es ein zentraler Zankapfel im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist. Letztlich setzte sich Tel Aviv im Wettbewerb gegen Jerusalem, Eilat und Haifa durch. Im August gab es wiederum Ärger um die Finanzierung der millionenschweren Veranstaltung zwischen Regierung und dem zuständigen Fernsehsender Kan, im Juni wurde zwischen Regierung und EBU wegen geplanter rechtlicher Vorgaben für die Struktur des Senders gestritten.

Dutzende Kulturschaffende unter anderem aus Großbritannien sprachen sich außerdem erst vergangene Woche gegen die Ausrichtung des ESC in Israel aus. Als Grund für den Boykottaufruf nannten sie Menschenrechtsverletzungen des Landes gegen Palästinenser. Die EBU teilte anschließend mit, Mitglieder könnten noch bis Oktober ihre Teilnahme am ESC bestätigen.

Fotos: Pixabay

Links: ESC

Info aus vienna.at

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