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"Schwulenhasser" sind meist selbst homosexuell veranlagt

Eigentlich skurril, aber meine Erfahrungen, die ich in den vielen Jahren machen durfte, deckt sich fast mit der einiger Studien: Schwulenhasser sind meist selbst homosexuell veranlagt. Für viele Menschen ist die Vorstellung von zwei Personen des gleichen Geschlechts, die sich lieben und intim miteinander sind, befremdlich: sie nennen Homosexualität “unnormal”, “unnatürlich”, “falsch”, “unmoralisch”, ja sogar "eklig", "krank" oder "abartig". Auf der ganzen Welt kämpfen Millionen von Menschen um die Rechte, das Ansehen und die Gleichberechtigung Homosexueller, aber auch immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen und Übergriffen an Homosexuelle. Warum manche Menschen, vor allem aber Männer, als sogenannte Schwulenhasser auftreten und sich dermaßen an gleichgeschlechtlicher Liebe stören, haben mehrere Studien untersucht. Man vermutet sogar, dass homophobe Menschen eigentlich ein Interesse an der Darstellung von Homosexualität haben und eher selbst zu Homosexualität neigen. Meist kommt ihre Abneigung durch die Erziehung, die Familie, durch ihren Glauben und die geführte Politik in ihren Ländern. Diese Männer wollen (oder müssen) jemandem etwas beweisen. Klar, es wird sie immer geben, die Männer, die damit nichts anzufangen wissen. Für denen ist diese Art der Liebe einfach unvorstellbar. Man kann dafür Verständnis haben. Überhaupt kein Verständnis habe ich jedoch für Schwulenhasser, die selbst schwul sind aber durch ihr homophobes Auftreten ein falsches Spiel an den Tag legen. Grad deshalb nicht, weil eben Millionen andere Menschen für ihr Ansehen, ihre Rechte und ihre Gleichberechtigung kämpfen. 

Ich erzähle euch von zwei Männern, wie ich sie kennen lernen durfte. Es sind Männer, die durch ihr homophobes Verhalten sich bei mir komplett ins Abseits geschossen haben.

1. Da gibt es einen Mann aus einem beschaulichen Dorf östlich von Wien, der unter dem Deckmantel "Heterosexuell zu sein" eine Familie gründete, Kinder zeugte und an Stammtischen die dümmsten und homophobsten Witze von sich gab. Drei Jahre später war er nur mit Männer unterwegs. Es hieß, er habe sich von seiner Frau getrennt, sie haben sich auseinander gelebt. Seine Freunde würden ihn ein wenig ablenken. Doch zwei seiner Freunde kannte ich aus der Schwulenszene. Ich sah den besagten Mann zu einem späteren Zeitpunkt auch in einer schwulen Sauna in Wien. Nachdem er sich bei einem zufälligen Treffen auch bei mir outete - zugab, "immer schon schwul gewesen zu sein", konfrontierte ich ihn über sein damaliges Verhalten, seine blöden Witze, seine verachtenden Bemerkungen. Da meinte er: Er dachte, seine Homosexualität auszuleben würde seine berufliche Karriere ruinieren und seine Selbständigkeit gefährden. Er sah sein Ansehen im Ort gefährdet. Man hätte ihn sonst eventuell ertappt. Doch sein Versteckspiel hat ihm mehr geschadet. Sowas kommt in so einem kleinen Dorf gar nicht gut an. Übrigens, seine Karriere wurde nicht ruiniert, er lebt weiterhin in dieser Gemeinde. Im Dorf ahnte doch schon jeder von seinem Schwulsein, man hatte damit kein Problem, war er ja nicht der einzige Schwule im Ort. Jetzt ist er sehr wohl das Gesprächsthema im Ort.

2. Dann kannte ich noch einen (Hetero?)Mann, der mit seinen (Hetero-)Freunden ein extrem homophobes Auftreten hatte. Seine Freunde fanden homosexuelle Handlungen, besonders Sex unter zwei Männern eklig und abstoßend. Das übertrug sich wohl auch auf ihm, obwohl er sich noch nie so richtig mit diesem Thema beschäftigt hat. Man zog mit den anderen einfach mit. Es war wohl cool, mit solchen Menschen abzuhängen, es war lustig homophobe Witze zu reißen, Schwule zu beschimpfen - alles was Schwule machen eklig zu finden, ... Nach einem Zwei-Augen-Gespräch stellte ich fest, seine Abneigung gegenüber homosexuelle Handlungen war nur ein proletenhaftes Getue vor seinen Freunden. Mich selbst fand er ja recht cool, und das, obwohl ich schwul bin. Er wollte sogar mit mir eine Freundschaft aufbauen, ...

Zu beiden Männern besteht heute kein Kontakt mehr. Diese Sorten von Männer sind mir zu anstrengend, zu nervig, zu falsch und zu unerwachsen. Fest steht, nicht nur Familie, Glaube und Politik können Gründe für ein homophobes Auftreten haben, auch der Umgang mit falschen Freunden oder der Glaube, die berufliche Karriere könnte gefährdet werden, sind Gründe dafür. Das Verhalten meiner zwei Männer und das Ergebnis der Studien bestätigt meine Vermutung: Möglicherweise fühlen sich solche Menschen durch Schwule und Lesben bedroht, weil Homosexuelle sie an ihre eigenen, ähnlichen Neigungen erinnern. Offensichtlich fürchtet sich zumindest ein Teil der Schwulenhasser ganz einfach vor sich selbst. 

Studien haben nämlich etwas ganz Erstaunliches herausgefunden, es deckt sich fast mit meinen erlebten Erfahrungen. Forscher der University of Geneva haben eine Gruppe Männer untersucht, die sich in vorigen Tests als homophob erwiesen haben, sowie Männer, die keine negative Einstellung gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe aufzeigten. Man wollte dadurch herausfinden, ob es stimmt, dass homophobe Männer ablehnend auf homosexuelle Stimuli reagieren. Bei diesem Experiment wurde den Testpersonen Bilder von homo- und von heterosexuellen Paaren gezeigt. Dabei wurden die Augenbewegungen gemessen. Das Ergebnis: Der Blick homophober Männer ruhte deutlich länger auf dem homosexuellen Paar.

Diese Studie reiht sich in eine Kette weiterer Untersuchungen, die ähnliches beweisen: Ein Ergebnis einer Studie der University of Rochester in New York, der University of California und der University of Essex zeigte z.B. schon 2012 auf, dass homophobe Menschen häufiger homosexuell seien. 

Eine weitere Ursache für Homophobie haben die amerikanischen Psychologen Henry Adams und Lester Wright in einem Experiment nachgewiesen. Die beiden zeigten 35 erklärten Schwulenhassern sowie 29 friedlichen Hetero-Männern Videos mit homoerotischem Inhalt. Resultat: Die homophoben Männer zeigten sich von diesen Videos – deutlich messbar – sexuell erregt. Und zwar ausschließlich sie. In Kalifornien wurde zu diesem Thema ein Test in Form einer Umfrage gestartet: 300 selbst ernannte homophobe Männer nahmen 2016 an einer Umfrage teil, dabei ging es um Sex und Liebe unter Männern, ... Das Ergebnis zeigte unter anderem, dass 78 % der homophoben Männer angaben, sexuelle Fantasien in diese Richtung schon gehabt zu haben. Meine Vermutung dürfte sich bestätigen, offensichtlich fürchtet sich zumindest ein Teil der Homo-Hasser ganz einfach vor sich selbst.

Und war da nicht noch etwas mit dem berühmten schwulen Homo-Heiler?! Jahrelang behandelte ein prominenter Therapeut aus den USA Homosexuelle und behauptet, sie "heilen" zu können. Später hängte er seinen Job an den Nagel und gab zu, selbst schwul zu sein. Er redete den Männern ein, ihre sexuelle Orientierung sei "falsch" und "krank", aber er könne sie mit Hilfe einer Therapie auf den richtigen Weg bringen. Wie er später angab, war er selbst homosexuell und äußerte sich danach so: Er habe vor rund einem Jahr gemerkt, dass er sein Leben ändern müsse. Er habe erkannt, dass es an der Zeit für ihn war, dazu zu stehen, schwul zu sein. (...) Er wisse, dass er mit seiner Arbeit Menschen weh getan habe. Schuld daran sei das auf Scham basierende, homophobe System der Mormonenkirche. Er sagte weiter: "Er hoffe, mit seinem Schritt anderen Menschen Mut zu machen, mit dem Weg, den sie gewählt haben, glücklich und zufrieden zu sein - frei von Scham und ganz egal, was andere von ihnen denken." 

Ich kenne noch einige Männer, die sich schwulen Männern gegenüber distanziert verhalten, dumme Schwulenwitze reißen, homophobe Äußerungen von sich geben. Wer weiß, vielleicht sind auch diese Männer homosexuell?!

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