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Sex auf Parkplätzen der Autobahnen

Hallo und liebe Grüße aus Wien. Schön dass du wieder bei meinem Blog gelandet bist. Autobahnparkplätze sind nicht nur unter Gays ein beliebter Treffpunkt für das schnelle Vergnügen. Immer mehr Ehemänner vergnügen sich auf solchen Parkplätzen mit Schwulen oder Bisexuellen. Auch dieser "schnelle und unkomplizierte Sex" ist mit ein Grund, weshalb immer mehr Parkplätze geschlossen oder ausgeleuchtet werden. Wie es auf solchen Plätzen abläuft, was ein ASFINAG-Mitarbeiter mir erzählte, möchte ich in diesem Beitrag erklären. Wie ich erfahren habe, sind in Vorarlberg zwei meiner bekanntesten Parkplätze geschlossen worden. Eine große Autobahnraststätte mit Tankstelle und Restaurant wurde eröffnet. Aber auch sonst schließen immer mehr kleine Parkplätze entlang der Autobahnen und werden von der ASFINAG zu ausgeleuchteten "Erhol-WC-Anlagen" umfunktioniert. Es gibt sie aber noch, die kleinen dunklen Parkplätze entlang der Autobahnen Österreichs, wo auch immer noch recht viel los ist. Der anonyme Sex unter Männern ist und bleibt ein ungebrochenes Bedürfnis. 

Erstaunlich ist, dass auf diesen Autobahnparkplätzen nicht nur im Sommer, bei angenehm warmen Temperaturen was los ist. Selbst im Winter finden sich Gays und Bisexuelle an solchen Orten wieder. Selten aber doch verabredet man sich mit Männern in einem Gaychat und macht sich an solch einem Platz ein Treffen aus. Die Toiletten auf den Parkplätzen sagen einem zwar nicht zu, sie sind zu schmutzig und stinkig, da weicht man gut und gerne eher auf die Wäldchen in der Nähe der Parkplätze aus. Ist man außer Sichtweite, geht es dann zur Sache. Meist sind die Parkplätze bei Einbruch der Dunkelheit gut besucht. Die fixen Verabredungen sind das eine, der spontane Sex mit zufällig Anwesenden das andere. Es gibt besonders entlang der Autobahnen in  Großstadt-Nähe sehr bekannte Autobahnparkplätze, wo an warmen Abenden schon mal an die 20 Männer sind und nach Sex suchen und auch finden. Sehr beliebt sind Plätze, bei denen auf der anderen Fahrtrichtung ebenso ein solcher Parkplatz befindet. So kann man gut und schnell, bei wenig Männer-Frequenz, die andere Seite ansteuern. Bei vielen Ungeduldigen tritt oft das sogenannte APA-APA-System in Kraft. (Auffahrt - Parkplatz - Abfahrt - Auffahrt - Parkplatz - Abfahrt - ...)

Auf Autobahnparkplätzen spielen sich zwar keine große Orgien ab, sondern Verkehr zu zweit oder zu dritt und einigen, denen das bloße Zuschauen reicht. Der Großteil der Männer, die nach schnellem Parkplatz-Sex suchen, sind nach meiner früheren Erfahrung Männer ab 40 Jahre. Jüngere trifft man eher selten an. Die meisten anwesenden Herren sind verheiratet, wollen ihre Bisexualität ausleben oder wollen einfach mal schwulen Sex ausprobieren. Männer mit Eheringen sieht man zuhauf. Ganz selten, fast nie, kommt es zu einem Gespräch. So bleiben den Ehemännern nervige Fragen erspart. Man redet nicht viel bei solchen Treffen. Was einem schockiert ist, dass viele der Männer keinen Safer Sex praktizieren, sie bestehen auch heute noch darauf, ungeschützten Sex zu haben. Geilheit hat wohl besonders auf Parkplätzen einen höheren Stellenwert als die eigene Gesundheit.

Doch nicht nur Männer sind auf Rastplätzen zu finden. Vereinzelt finden sich auch Frauen an diesen Treffpunkten. Ab und zu kommt es vor, dass ein Mann seine Begleiterin anderen Männern anbiete. Diese Treffen werden jedoch zuvor in Foren ausgemacht und angekündigt. Und tatsächlich habe ich in einem einschlägigen Forum erst einen Beitrag entdeckt: Ein Nutzer pries seine Ehefrau an, die auf einem Parkplatz zur Verfügung stehe. Der besagte User postete nach dem Treffen im Forum: "Ich danke euch allen, ihr respektvollen, gut riechenden, geilen Männer!" Die Männer, die auf solchen Parkplätzen entlang der Autobahn verkehren, sind weniger aus der Schwulenszene. Schwule gehen in einschlägigen Saunen, Sexkinos, ... Hier ist es unkomplizierter und sicherer, Sex mit einem Mann zu haben. Da wollen die Heten oder verheirateten Männer dann doch nicht hin. Man könnte schließlich entdeckt werden. Da bietet sich der Parkplatz hervorragend für den schnellen, anonymen und unkomplizierten Sex an. Meist sind es Vertreter, Berufstätige, ... die beim Nachhauseweg noch ihr Vergnügen haben wollen. Bei Schwulen sehr beliebt sind Fernfahrer, die auf ihren langen Strecken meist keinen Sex mit ihren Frauen haben können und so den Spaß bei den Männern suchen. Und ja, auch Fernfahrer sind auf solchen Parkplätzen besonders aktiv. Hinzu kommt, dass diese auch noch ihre großzügige Fahrerkabine als Liebesnest anbieten können.

Weshalb geht man zu so einem Parkplatz? Weil man hier meist anonym seinem Spaß nachgehen kann, der Sex ist kostenlos und weil der Kick auf das Unbekannte, das vielleicht auch Gesehen werden, ... extrem groß ist. Viele fahren spontan solche Parklätze an. Es gibt aber auch die Stammgäste, die jeden zweiten bis dritten Abend zu ein und demselben Parkplatz fahren. Viele fragen sich, wie so ein Kontakt am Parkplatz zustande kommt. Ganz einfach - wir Schwule haben hierfür die berühmte Antenne. Schon ein kurzer Blickkontakt genügt aus, und man weiß, was Sache ist. Nahe liegend und für den Anfänger sicher ist das Sitzenbleiben im Auto. Man kann die anfahrenden Cruising- oder Pinkelgäste in Ruhe observieren und verlässt dabei die Sicherheit des eigenen Gefährtes nicht. Viele spielen im Auto (oder in der Führerkabine vom LKW) gut sichtbar, aber doch ein wenig versteckt, an seinem besten Stück, man steigt aus und geht den "Trampelpfaden" entlang zum geeigneten Platz. Der Blickkontakt kommt auch schon durch den Rückspiegel zustande. Man parkt sein Auto so, dass man am besten die Parkplatz-Zufahrt und die anderen Autos im Spiegel gut erkennen kann. 

Ein ASFINAG-Mitarbeiter hat mir mal etwas Erstaunliches gesagt: Ihm sind die Schwulen, die hier Sex machen, sehr Willkommen. Man müsse mal die andere Seite betrachten: Je mehr Sex auf Parkplätzen, umso weniger Vandalen gibt es. Es sei für uns Straßenarbeiter zwar etwas unangenehm, Taschentücher und Kondome wegzuräumen, die manche liegen lassen, dafür gebe es keine Spritzen, kaputte Bänke und voll verschmierte Toiletten. Cruiser sind Teil der Natur. In Gebüschen und Wäldchen leben sie mit großer Geduld und Hingabe ihren Sex-Trieb aus. Dennoch gibt es biologisch schwer abbaubare Rückstände. Gut besuchte Cruisingareas sind leider übersät mit gebrauchten Kondomen, Papiertaschentüchern, Kippen, manchmal sogar Bierdosen. In vielen Fällen ist das für die Autobahnmeisterei der entscheidende Grund, die Gebüsche abzuholzen und angrenzende Wäldchen mit Maschendraht abzusperren und kontrollieren zu lassen. Informierte Cruiser kommen dann zwar schon mit der Drahtzange, um sich wieder den Weg ins Paradies zu bahnen: die heißbegehrten Durchreisenden verfangen sich dann aber doch in den Zäunen: Bald ist diese Cruising-Area dann kaputt. Viel praktischer wäre es, diese Spirale durch Abfallvermeidung gar nicht erst zu starten. Und auf die Frage, was er von den Schließungen der zahlreichen WCs  und "dunklen" Parkplätzen hält, sagte er: "Ich finde das sehr problematisch, es verlagere das Problem wohl nur an andere Orte. 

Dass man bei Autobahnparkplätzen auch überrascht wird, ist keine Seltenheit. Manchmal angenehm, aber auch immer öfters unangenehm. Da kann es schon passieren, dass man immer wieder von der Polizei kontrolliert wird und sich eventuell unangenehmen Fragen stellen muss. Angenehm und für manche vielleicht peinlich ist wiederum, man findet vor Ort auch bekannte Gesichter. Somit ist der Parkplatz auf den Autobahnen gar nicht ganz so anonym. Manch bekanntes Auto, Autokennzeichen, ... wird da schnell mal entdeckt. Wen ich schon alles auf solch einem Parkplatz gesehen habe? Mein verheirateter Lehrmeister und meinen Nachbarn, der verheiratet ist und zwei Kinder hat. Selbst ein früherer guter Schulfreund, der so auf Hetero getan hat, sah ich schon mal vom Gebüsch hervor kommen. Selbst der Sohn vom Bürgermeister und man wage es kaum zu glauben, ein nahe Verwandter. Wenn ich heute so an diese Zeit zurück denke, bereue ich es fast ein klein wenig, dass ich nicht mehr Zeit auf solchen Parkplätzen verbracht habe. Wer weiß, wen ich sonst noch alles angetroffen hätte. Neben den Autobahnparkplätzen gibt es auch sonst genug Outdoorplätze für das schöne (und schnelle) Vergnügen, besonders in Wien.

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