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14. Todestag von Rudolph Moshammer

Hallo und liebe Grüße aus Wien. Kannst du dich auch noch so gut daran erinnern wie ich? Heute vor 14 Jahren wurde er ermordet, der Modedesigner Moshammer. Es gibt Menschen, die vergisst man auch lange Zeit nach deren Tod nicht. So eine Person ist der schrille Modedesigner, Autor und Boutique-Inhaber Rudolph Moshammer. Durch sein exzentrisches Auftreten in der Öffentlichkeit – bis 1993 an der Seite seiner Mutter – wurde Moshammer ab den 1980er Jahren bundesweit bekannt. Zu seinen Markenzeichen gehörten unter anderem eine extravagante Perücke und ein Yorkshire Terrier namens „Daisy“. Moshammer war nicht nur schrill und extravagant, er hatte ein großes Herz für die ärmeren Mitmenschen unserer Gesellschaft. Moshammers Ermordung in München sowie seine Beerdigung im Jahr 2005 zogen ein großes Medienecho nach sich. Rudolph Moshammer wurde in der Nacht zum 14. Januar 2005 in seinem Doppelhaus im Münchner Vorort Grünwald mit einem Stromkabel erdrosselt. 

Sein Chauffeur fand die Leiche am frühen Morgen und rief umgehend die Polizei. Moshammers Tod löste bei vielen Menschen Betroffenheit aus. Wohnhaus und Geschäft waren tagelang von Menschen belagert, die Blumen niederlegten und Kerzen anzündeten. Am folgenden Tag nahm die Polizei einen 25-jährigen irakischen Kurden fest, der bald darauf die Tat gestand. Der irakische Kurde lebte seit 2001 als Asylbewerber in Deutschland. Am Tatort sichergestellte DNA-Spuren des Mannes waren mit der DNA-Analysedatei des Bundeskriminalamtes (BKA) abgeglichen worden, in welcher der nicht vorbestrafte Täter gespeichert war. Er hatte 2004 im Zusammenhang mit zwei Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und einem Sexualdelikt eine Speichelprobe abgegeben. Nach Aussagen des verschuldeten und psychisch kranken Täters hatte ihn Moshammer nahe dem Münchner Hauptbahnhof angesprochen und ihm „2000 Euro Lohn für sexuelle Dienstleistungen“ in Aussicht gestellt. Im Haus Moshammers sei es zwischen beiden zum Streit um die Bezahlung gekommen, woraufhin er den Modedesigner erdrosselt habe. Den Ermittlungen nach schien es „zu den Gewohnheiten des Modeschöpfers gehört zu haben, mehrmals in der Woche auf die Suche nach jungen Männern zu gehen, immer mit einem seiner Rolls-Royces“.

Moshammer selbst hatte seine Homosexualität öffentlich nie thematisiert. Die Berichterstattung der Medien über Moshammers Tod wurde teilweise als homophob kritisiert. Gerüchte über angebliche Schulden wies Moshammers Anwalt entschieden zurück. Der Leichnam Moshammers wurde nach der gerichtsmedizinischen Obduktion ins Institut für Pathologie des Klinikums Schwabing überstellt und dort durch das Verfahren des „Modern Embalming“ konserviert. Nach einer Trauerfeier in der Allerheiligen-Hofkirche nahe seiner Boutique und einem Trauerzug durch die Stadt wurde Moshammer am 22. Januar 2005 auf dem Münchner Ostfriedhof in einem Mausoleum neben seiner Mutter beigesetzt. Der Sender Sat.1 hatte die Exklusivrechte für die Fernsehübertragung der Feierlichkeiten. Die Medien kritisierten die Beerdigung als effektheischende Veranstaltung, inszeniert wie ein „Staatsbegräbnis“. Eine Reihe von Prominenten wie etwa Senta Berger, Ottfried Fischer, Patrick Lindner, Petra Schürmann, Roberto Blanco, die Jacob Sisters und Karl-Heinz Wildmoser wohnten dem Begräbnis bei. Andere, die zu Moshammers Lebzeiten seine Nähe gesucht hatten, erschienen hingegen nicht. Auch Politiker nahmen am Begräbnis nicht teil. Trotz oder gerade aufgrund seiner Exzentrik war Moshammer ein Liebling der „einfachen Leute“ gewesen, die ihn auf seinem letzten Weg zahlreich begleiteten.

Am 2. November 2005 begann in München der Prozess gegen den geständigen Täter. Während die Staatsanwaltschaft die Tat als Mord durch Heimtücke auszulegen suchte, plädierten die Strafverteidiger auf Totschlag. Der Täter wurde am 21. November 2005 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er Moshammer heimtückisch, aus Habgier und in der Absicht, ihn auszurauben, erdrosselt hatte. Das Schwurgericht erkannte zudem eine besondere Schwere der Schuld, sodass eine vorzeitige Haftentlassung – auch bei guter Führung – nach 15 Jahren sehr unwahrscheinlich ist. Eine von den Anwälten des Verurteilten angestrebte Revision wurde Mitte 2006 vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe als „offensichtlich unbegründet“ abgewiesen. 2018 wurde Moshammer in den Passagen am Stachus in den so genannten Sky of Fame aufgenommen.

Info: Zusammengesetzt aus verschiedenen Medienberichten

Bilder: Aus der Doku "Was vom Traum geblieben ist" | Meine Männerwelt

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Kommentare: 2
  • #1

    Hans aus KS (Montag, 14 Januar 2019 05:52)

    Jürgen, dein Blog ist ganz großes Kino! Ich kann mich noch sehr gut an den Tag erinnern, habe mir auch die Beisetzung im TV angesehen. Wie du erwähnt hast, haben die Promis, die zu seinem Lebzeiten die Nähe zu ihm gesucht haben, bei der Beisetzung nicht dabei. Das war für mich ein klares Zeichen. Große Klappe, aber ja nichts mit einem Homosexuellen zu tun haben. Doch bei Benefizveranstaltungen, wenn es um AIDS/HIV geht, wollen Sie zeigen, wie tolerant sie sind. Wären Sie zur Beisetzung gekommen, dann hätte man dies ihnen abnehmen können. Sind doch alles Heuchler!(Bis auf die, die auch anwesend waren.

  • #2

    Horst (Montag, 14 Januar 2019 06:07)

    Erst kürzlich habe ich mir überlegt, wann das war. Konnte mich noch erinnern, dass es irgendwann im Winter war.

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