· 

Wiener Parade der Premieren und Rekorde

Das Gastspiel der Euro Pride hat Wien einige Premieren gebracht: Ein neuer Besucherrekord und so viel politische Prominenz wie nie – Präsidentenrede inklusive. Dazu habe ich beim Online-Portal Presse.com diesen Bericht gefunden. Sie schreibt unter anderem (Auszug): Seit Wochen sind die Regenbogenfahnen in der ganzen Stadt, an Straßenbahnen, Amtshäusern und Hotels nicht zu übersehen, am Wochenende ist dann ganz Wien unter dem Zeichen des Regenbogens gestanden. Die Regenbogenparade, Höhepunkt der Euro Pride, ist am Samstag über die Ringstraße gezogen: Mit erstmals mehr als einer halben Million Besuchern – und erstmals hat mit Alexander Van der Bellen ein amtierender Präsident zum Abschluss gesprochen.

Überhaupt war Politik präsent wie nie, und es waren mehr internationale Gäste angereist denn je. Schließlich ist heuer die Euro Pride, die jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet, zum zweiten Mal nach 2001 in Wien zu Gast gewesen. „Alles ist gut gegangen“, zeigte sich Katharina Kacerovsky, Organisatorin der Euro Pride, deren Teil die Regenbogenparade war, zufrieden. Außer ein paar Rettungseinsätzen wegen Kreislaufproblemen gab es keine Vorfälle.

Menschenmassen säumten die Strecke, auch die Zahl der Wägen und Fußgruppen, die den eigentlichen Zug bilden, erreichte mit 107 Beiträgen einen Rekord. Bei Dekoration und Styling – Engel, Bräute, Trommler- Dudelsack-, und Bikergruppen – wurde wie immer auf viel Originalität gesetzt. Dass es sich bei der Parade eigentlich nicht um eine Party, sondern um eine Demonstration für die Gleichberechtigung von LGBTIQ-Menschen handelte, darauf machten viele Schilder und Plakate aufmerksam. Auch politische Statements kamen nicht zu kurz. Vor der Parade hatte unter anderem Ex-Bundespräsident Heinz Fischer gesprochen, bei der Abschlusskundgebung sein Nachfolger, Alexander Van der Bellen: „Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Intersex und queere Personen leben inmitten unserer Gesellschaft und werden weiterhin ein sichtbarer, respektierter und integraler Teil unserer Gesellschaft sein.“ Nach ihm gaben auch EU-Justizkommissarin Věra Jourová oder der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) politische Statements ab.

Laut Veranstaltern sind Zigtausende aus ganz Europa extra angereist – das hat große Wirkung: „Die Euro Pride wird Wiens Image als vielfältige und kosmopolitische Metropole nachhaltig prägen“, so Wiens Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ). Tourismusdirektor Norbert Kettner betont, dass sich Wien in der (reisefreudigen und zahlungskräftigen) LGBT-Zielgruppe zum Hotspot entwickelt habe. Zu dieser Entwicklung werde die Euro Pride weiter beitragen. Auch, wenn die Parade 2020 ohne Euro Pride wieder (ein wenig) ruhiger ausfallen wird.

Info: Auszug aus einem Artikel von Presse.com (Print-Ausgabe 17.6.2019)

Foto: Meine Männerwelt

Kommentar schreiben

Kommentare: 0