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Nachbarschaftsliebe unter Männer

Hallo und liebe Grüße. Schön dass du wieder zu meinen Blog gefunden hast. Eigentlich finde ich die ganze Geschichte ein wenig suspekt, aber es ist mir tatsächlich vor Jahren passiert. Was ist geschehen? Ich denke, mein Nachbar, der mit einer Frau zusammen lebt und ein Kind hat, hat sich in mich verliebt. Ich habe von solchen Fällen schon gehört, dass ein verheirateter Mann sich in einen Mann, seinen Nachbarn verliebt. Doch ist es jetzt tatsächlich auch mir passiert?!

Ihr stellt euch berechtigt die Frage, wie ich auf sowas komme. Das ist einfach erklärt: Er schreibt mir Briefe, wie man sie nur Personen schreibt, welche man tatsächlich liebt. Der Inhalt gleicht einem Liebesbrief. Er vertraut mir die geheimsten Dinge aus seinem Leben an. Das, obwohl wir nur Nachbarn sind. Keine langjährigen Freunde oder sonst dergleichen.

Ich konnte auch zunehmend spüren, wie er immer mehr meine Nähe suchte. Sein Interesse an meinem Leben wurde immer größer, er wollte immer mehr über das "Schwulsein" wissen. "Wie ist das so?", habe ich nicht nur einmal gehört. Er wollte wissen, auf welchen Typ Mann ich stehe und ob er oder sein Arbeitskollege mein Typ wären. Ja, das war er.


Zu Beginn fand ich das alles spannend und schön. Ich fühlte mich geehrt, da er ja irgendwie ein gutaussehender Mann ist. Er ist groß und muskulös, hatte viele Tattoos und machte, der Figur nach zu beurteilen, viel Sport. Er ist eigentlich auch recht intelligent und ganz nett. Kurzum, er ist ein Mann, den man auch nicht von der Bettkante schupsen möchte. Mein Lebenspartner mochte ihn nie. Er meinte nur: "Du warst doch immer schon das Auffangbecken von solch komischen Typen". Und ja, ich glaube, er hatte auch diesmal tatsächlich wieder einmal Recht behalten. 

Die Briefe vom Nachbarn wurden immer intensiver. Er suchte immer noch mehr Nähe, wollte mit mir auf Urlaub fahren. Das haben wir auch einmal gemacht. Mit mir ein Doppelzimmer zu nehmen war für ihn eine Selbstverständlichkeit. Obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich nur nackt schlafe. 

Die Gespräche wurden immer intensiver, Er sprach auch schon darüber, dass er es mit mir gut mal vorstellen könnte, so nach einer Bar-Tour, wenn man ein wenig angeheitert ist. (Schutzbehauptung?!) 

Jeder Mann würde sich geschmeichelt fühlen, sowas von einem Hetero zu hören. Sätze wie: "In deiner Anwesenheit fühle ich mich so wohl" oder "Mein größter Traum ist es, mit dir alleine zu sein", waren schon keine Seltenheit mehr. Wenn ich ihn fragte, ob er bisexuell sei, wurde dies immer verneint. Schwul zu sein fand er eklig. Ja, das waren seine Worte. Bis ich ihn aufgeklärt habe und er mich und meinen Mann als seine schwulen Nachbarn besser kennen lernen und beobachten konnte. Auch als er sah, dass wir nicht nur Händchen haltend und schmusend durch die Gassen zogen, das wir uns ganz normal, wie Männer es eben mal tun, männlich kleiden und nicht mit Röcken oder Seidenstrümpfen herumlaufen. 

Es kam dann die Zeit, da fühlte man sich in seiner Anwesenheit nicht mehr wohl. Anvertrautes wurde weiter erzählt, meist noch etwas dazu gedichtet. Er und seins ist das Beste, alle anderen sind nur dumm und blöd. Mit solchen Menschen werde ich nicht warm. Vielleicht hätte ich mir mehr erhofft, eine große dicke Freundschaft. 

Wir, mein Lebenspartner und ich, sind irgendwann mal weggezogen, haben die Wohnung gewechselt. Nicht wegen ihm. Jedoch kam uns das sehr gelegen. Die von ihm (Nachbar) gewünschte Freundschaft konnte ich ihm nicht anbieten. Dafür hat er mich zu sehr enttäuscht. Anvertrautes spricht man nicht weiter, egal was und egal an wen. Es war zwar nichts, was mich hätte ich eine verzwickte Lage bringen können, aber das tut man nicht. Das ist eine Regel, die man bei mir zu keiner Zeit verletzen darf. Übrigens, Sex mit ihm wollte ich zu keiner Zeit. Dafür war mir die Nachbarschaft zu intensiv. So ganz nah - Tür an Tür - sich jeden Tag zu sehen. Noch dazu, wohnte seine Freundin bei ihm. 

Hattest du auch schon solche, oder so ähnliche Erlebnisse, dann lass es mich wissen. Schreibe in den Kommentaren deine Geschichte. Ich habe von meinen Freunden erfahren, dass solche "Männerfreundschaften" gar nicht mal so selten vorkommen. 

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Kommentare: 4
  • #1

    Michael (Samstag, 17 November 2018 11:21)

    Ich werde verrückt. So eine ähnliche Situation hatte ich vor vielen Jahren. Mein schwuler Nachbar hat erfahren dass ich schwul bin und verliebte sich in mich. Ich bin jedoch mit meinem Mann liiert. Er hatte auch einen Mann. Er wollte unbedingt eine Sexbekanntschaft aufbauen. Es müsse der partner ja nicht erfahren. Ist ein klein wenig anders als bei dir, dein Nachbar war angeblich hetero, aber in diesem Beitrag kommen diese Erinnerungen hoch. Bei uns war es jeodhc so, dass sich das Paar getrennt hatte und sie sich die Wohnung nicht mehr leisten konnten. So sind beide getrennt in eine kleinere Wohnung gezogen. Was ich damit sagen möchte, so was kann am Anfang sehr spannend sein, ist schlussendlich nur mit Stress verbunden. Der Typ von dir scheint aber so und so ein komischer Kauz zu sein. Hoffentlich hast du jetzt deine Ruhe. Das mit dem Auffangbecken für Frustrierte kenne ich. Bin auch so ein Magnet dafür.
    TOLLER BLOG!!!

  • #2

    Christian aus Linz (Samstag, 17 November 2018 21:05)

    Interessanter Beitrag. Bei mir war es so ungefähr. Nachbar von der Türe gegenüber erfuhr dass ich Gay bin. Wollte immer wieder mal auf ein Bier gehen. Er war jedoch gar nicht mein Typ. Habe ich immer abblitzen lassen. Er hat mich darauf hin mal angesprochen. Ich habe ihm erzählt dass ich kein Interesse habe und er gar nicht mein Typ sei. Seitdem kein Gruß seinerseits. Besser so für mich. Kann mich Michael nur anschließen, schöner Blog. Lg aus Linz

  • #3

    Holger aus Hollenstedt/D (Donnerstag, 22 November 2018 08:20)

    Ich kenne so etwas. Mein Nachbar, Hetero mit Frau und zwei Kindern, hat erfahren, dass ich schwul bin. Seither sucht er mehr Kontakt zu mir. Als seine Frau mit Kindern bei ihren Eltern waren, lud er mich auf ein Bier in seinen Garten ein. Da begann schon die Fragestunde in Bezug auf Schwulsein und so. Bis die Frage kam, könntest du es dir vorstellen, mit mir zu machen. Ich nahm ihn zu mir und haben es getrieben. Schlussendlich wurde der Kontakt bzw. seine Anhänglichkeit dann so nervig, dass ich einen Schlussstrich machen musste.

  • #4

    Luggi (Freitag, 28 Dezember 2018 10:09)

    Du wirst staunen, auch ich habe das schon erlebt. Mein Nachbar, an die 60, erfuhr, dass ich schwul bin. Er lud uns zum Grillen ein, dann wollte er mehr. Das Mehr hat er nicht bekommen. Ich ignoriere ihn einfach. Jetzt kommt nicht einmal mehr ein Gruß von mir. Wäre er jung und hübsch, hätte ich es ausprobiert, aber so?