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11 Gründe, weshalb man Bären lieben muss

Hallo und liebe Grüße. Jeder von uns hat so seine Vorlieben. Manche Leute stehen auf junge Schwule, andere auf alte, muskulöse, dicke, tätowierte, Damenwäscheträger, usw. - und manche Männer stehen eben auf Bären, so wie ich. Das ist bestimmt wieder so eine Phase, denn es gab schon Zeiten, da hatte ich Vorlieben auf langhaarige oder tätowierte Männer, mal war ich verrückt auf blonde oder dunkelhäutige Männer. Einige meiner engen schwulen Freunde verstehen meinen Wandel nicht, schon gar nicht, wie ich jetzt auf Bären komme. Ich liebe Bären schon wegen ihrer Art, wegen ihrem Auftreten, wegen ihrer Gemütlichkeit. Das hat noch viele weitere Gründe. 11 davon möchte ich euch hier aufzählen. Als Bär werden üblicherweise Männer mit Gesichts- und Brustbehaarung bezeichnet, egal welcher Körperstatur. Bären müssen nicht unbedingt dick sein. Die Bärenszene hat sich ja als Gegenkultur zum Bild des jungen, knabenhaft erscheinenden Schwulen etabliert. Vor allem in den USA wurde diese Bewegung vorangetrieben, so z.B. mit Zeitschriften. Selbst eine eigene Flagge wurde kreiert. Mittlerweile existieren in allen Kontinenten und Ländern mehrere Clubs um sich mit Gleichgesinnten zu treffen. Jährlich finden Mr. Bear-Wahlen statt. Gay-Saunen, die sich auf Bären spezialisieren, haben die Szene sichtbarer und reicher gemacht, auch hier bei uns. Durch den Fokus auf maskuline Erscheinung hat sich die Bärenszene auch früh mit der Lederszene vermischt. Die Bären werden oft auch mit den Daddys verwechselt. Doch die Daddys ist wieder eine ganz andere Gruppe. Daddy ist ein feststehender Szenebegriff für einen älteren Gay, der auf wesentlich jüngere Gays steht. In vielen Großstädten gibt es sogar spezielle Szenekneipen für Daddys. Die typischen Daddy-Son Paarungen haben oft einen Altersunterschied von 20 Jahren und mehr. 

Es gibt selbst in der Bärenszene die verschiedensten Arten von Bären. Es gibt die dicklicheren Bären, oder die sportlichen muskulösen Bären. Es gibt die kleinen Bären und es gibt die großen Bären. Bären sind eine der am schnellsten wachsenden Szene, vorerst im schwulen fernen Amerika, immer mehr bei uns in Europa. Ein Grund, warum ich denke, dass es eine solche Explosion von Interesse für die Bärenszene gibt, ist, dass viele schwule Männer, die älter werden, auch an Gewicht zunehmen, so auch die Rolle des großen Starken übernehmen wollen. Sie müssen erst gar nicht lange suchen und entdecken, dass es eine große Bärenszene gibt, in der Männer echte Körper haben. Auch schwule Männer wie ich wollen beschützt werden, in den Arm genommen werden, eine Schulter zum Anlehnen haben - wo kann man das besser als bei unseren Bären? Welche Erfahrungen ich mit Bären gemacht habe und weshalb ich sie so liebe, habe ich in 11 Punkten zusammengeschrieben. 

Hier meine 11 Punkte: 

1. Bären vergleichen sich nicht mit anderen Männern. Er ist in erster Linie ein Mann - ein Unikat.

2. Bären mögen sozialisieren. Sie sind nicht langweilig. Sie reden gerne miteinander, sind unterhaltsam und starren nicht nur auf ihre Handys. 

3. Bären trinken gerne miteinander - nichts geht über ein/zwei/drei kühle Biere.

4. Bären sehen von außen hart aus, sind aber im Herzen ganz weich und lieb.

5. Bären haben ein sehr robustes Aussehen. Sie sehen aus wie richtige starke Männer und nicht wie zarte Buben oder gar Mädchen.

6, Bären erscheinen mächtig und kräftig, manchmal sogar einschüchternd. Ich möchte, dass ein Mann mich beschützt. 

7. Bären gönnen sich die einfachen Freuden des Lebens: Selbst beim Camping hat man Spaß mit Bären.

8. Bären sind, was Klamotten angeht, unkomplizierter. Es braucht kein teurer Armani um aufzufallen. Sie sind durch ihr Erscheinen schon Mann genug.

9. Bären unterscheiden sich nicht nach Alter. Wenn ihr Haar weiß wird, ist er eben ein Eisbär! Da wird nicht gefärbt.

10. Bären wissen, was sie im Bett wollen. Vom zarten Schmusebär bis zum wilden Braunbär ist alles zu erwarten. 

11. Bären sind einfach Männer, die andere Männer mögen. Sie versuchen nicht, eine männlich-weibliche Beziehung nachzuahmen.

Diese 11 Punkte sind meine Erfahrungen, wie ich sie mit Bären gemacht habe. Vielleicht hast du andere Erfahrungen gemacht?! Lass es mich wissen. Welche Vorlieben hast du? Stehst du auch auf Bären, oder ist es dir egal, wie bzw. wer dein Gegenüber ist? Schreibe mir in den Kommentaren alles was du an Erfahrungen mit Bären gemacht hast oder welche Punkte noch hinzugefügt werden müssen. Ich freue mich auf deine Reaktionen!

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Kommentare: 8
  • #1

    Calmore (Montag, 11 Februar 2019 08:49)

    Ich liebe Bären, wenn sie keine Haare am Rücken haben.

  • #2

    Paul (Montag, 11 Februar 2019 21:55)

    Bin da ganz bei dir. Bären sind die richtigen Männer.

  • #3

    Oskar (Samstag, 16 Februar 2019 23:17)

    Hey, bis jetzt war ich eigentlich sehr angetan von deinem Blog, aber dieser Eintrag ist irgendwie gespickt mit überholten Rollenbildern und Geschlechterklischees, auch wenn du sagst, dass ,,Bären nicht versuchen eine männlich-weibliche Beziehung nachzuahmen.''
    Festigen Sätze wie ,,Bären haben ein sehr robustes Aussehen. Sie sehen aus wie richtige starke Männer und nicht wie zarte Buben oder gar Mädchen'' nicht die Klischees einer auf Äußerlichkeiten zentrierten Community? Und sind unbehaarte, kleinere Männer keine ,,richtigen starken Männer''? Und sollten wir Schönheitsideal nicht eher kritisch hinterfragen, da sie auch stark diskriminierend wirken können? Müssen wir uns generell in Gruppen einordnen? Fragen!

  • #4

    Erwin (Sonntag, 17 Februar 2019 06:10)

    @Oskar: Ich denke auch, dass das überholte Rollenbilder sind, aber hier in diesem Artikel wird ja auch die Rolle der Bären erklärt. Und ja, Bären haben ein robustes Aussehen. Es wurde nirgends behauptet, dass unbehaarte kleine Männer keine richtigen starken Männer sind. Es geht hier im Blogartikel nur um Bären, das hat meiner Meinung nach nichts mit Schönheitsidealen oder Diskriminierung zu tun. Es gibt auch bestimmte Klischees im Rollenbild der SM-Szene, der DWT-Szene, ... Im unteren Bereich hat Blogger geschrieben: "Diese 11 Punkte sind meine Erfahrungen, wie ich sie >mit Bären< gemacht habe." Das du deswegen nicht mehr vom Blog angetan bist, irritiert mich ein wenig. LG Erwin.

  • #5

    Calmore (Sonntag, 17 Februar 2019 06:27)

    Oskar, ich denke nicht, dass unbehaarte kleine Bodybuilder für den Verfasser keine richtigen Männer sind. Es handelt sich in diesem Blogeintrag um Bären. Da kann ich dem Verfasser nur recht geben. Für mich sind zB Damenwäscheträger keine richtigen Männer. Wenn ich schwul bin, will ich Sex mit Männer und keiner Person, die mit Strümpfen oder BH daher kommt. Die Bären haben bzw sind ein typisches Rollenbild in einer Szene. Diese Erfahrungen hat nicht nur der Verfasser gemacht, auch ich.

  • #6

    Manfred (Sonntag, 17 Februar 2019 08:04)

    @Oskar: Ich kann deine Kritik, wenn es eine sein sollte, nicht verstehen. Ich bezeichne mich als "DER KÖLNER BÄR" und stimme dem Verfasser dieses Artikels zu 100% zu. Zudem sind es seine Erfahrungen, wie er sie mit Bären gemacht hat. Wir Bären bewegen uns auf einer auf Äußerlichkeiten eingeschränkten Community. Bären sehen sich als DIE Männer, genauso wie die DWT sich wohl als Damen unter Männern sehen wollen. Deshalb tragen sie wahrscheinlich Damenstrümpfe, ... Es gibt in der gay-Community wie auch in der hetero-Szene bestimmte Klischees oder Kategorien. Kategorien sind nicht das Problem, es wird nur zu einem Problem, wenn man mit Menschen in diesen Kategorien ein Problem hat. Hier kann ich auch die Aussage von Erwin wiederholen: Das du nur deswegen, weil der Verfasser dieses Blogartikels seine Erfahrungen online gestellt hat, vom Blog nicht mehr angetan bist, irritiert auch mich. Sind wir doch froh, dass Gay-Blogs nicht immer nur mit Erotik und Porno befüllt werden,sondern auch mit Erfahrungsgeschichten eines Gays.

  • #7

    Bernd/Eisenstadt (Sonntag, 17 Februar 2019 08:36)

    Das Klischee Bären -> Männer -> stark -> Kerle -> ... wie im Artikel beschrieben, ist fest verankert und wird auch so bleiben. Es bedeutet ja nicht, dass andere Männer keine Männer, Kerle, stark, ... sind.

  • #8

    Yadgar (Mittwoch, 20 Februar 2019 18:26)

    Also, ich war ja auch viele Jahre in der Bärenszene unterwegs... wobei mich an den Jungs durchgehend ihr Kurzhaar-Fetischismus störte (Ledernacken-Schnitt bis Glatze, und auch die Haare im Gesicht waren nur ausnahmsweise länger als 2 cm)... Männer nach meinem Geschmack, nämlich langhaarige (schwarz)bärtige Schönlinge à la Cat Stevens oder Devendra Banhart (oder gar schnauzbärtige "Sumpfzigeuner" mit gürtellanger Apachenmatte!) gab es in den 1990ern und 2000ern in Köln (!!!) so gut wie überhaupt nicht, mittlerweile ist mir das allerdings dank fester Beziehung seit 2006 so egal, dass ich nicht einmal weiß, ob sich nicht mittlerweile auch in der Sub das Langbart-Hipstertum durchgesetzt hat (zu wünschen wäre es immerhin!). Und dann die Wampen: ich verstehe ja, dass anorektische Hungerhaken längst nicht jedermanns Geschmack sind, aber müssen es denn gleich 200-Kilo-Fettwülste sein? Wenn mein Herzkönig auf Gayromeo oder Gayroyal "Jungs guckt", dann sucht er eigentlich nach bärtigen "Stämmlingen", also eher athletischen als fetten Typen... aber was einem da entgegen schwabbelt, ist wirklich nicht mehr schön!

    Mein Herzkönig, ein langbärtiger "Otter", meint allerdings auch, dass ich mal gründlich abnehmen sollte... womit er absolut recht hat, denn 135 kg sind auf die Dauer kein Spaß!

    Bis bald,

    Yadgar (langhaariger langbärtiger Hippiebär, 49)

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