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Mein Ausflugstipp: Lainzer Tiergarten mit Hubertuswarte

Hallo und liebe Grüße aus Wien. Heute berichte ich von unserer schönen Wanderung durch den Lainzer Tiergarten. Am sogenannten Blutmond-Wochenende haben wir, eine kleine Gruppe wanderlustiger Männer, eine Wanderung zur Hubertuswarte im Lainzer Tiergarten gemacht. Treffpunkt und Ausgangspunkt unseres Ausfluges war das Lainzer Tor, welches du gut mit den Wiener Linien (Bus 55A) erreichst. Ein letztes Stück urtümlicher Wienerwald - das ist der Lainzer Tiergarten, der sich am Rande der Großstadt Wien befindet. Der einmaligen Kultur- sowie Naturlandschaft, dem Reichtum der Pflanzen- und Tierwelt und den kulturhistorischen Ausstellungen in der Hermesvilla ist es zu verdanken, dass sich im Lainzer Tiergarten Erholung, Erlebnis in der Natur und Bildung ideal miteinander verbinden lassen.

Schon nach einer kurzen Wanderung von unserem Ausgangspunkt Lainzer Tor sahen wir die prachtvolle Hermesvilla. Der Name der Villa verweist auf eine Hermes-Statue aus weißem Marmor, die sich im Garten vor der Villa befindet. Kaiser Franz Joseph I. schenkte das Schloss seiner Ehefrau, Kaiserin Elisabeth, als „Schloss der Träume“. Heute wird die Hermesvilla für Ausstellungen des Wien Museums genutzt. Im ersten Stock der Villa befinden sich die Privatgemächer der Kaiserin. Ihre gymnastischen Übungen absolvierte die körperbewusste Sisi im Turnzimmer. Dieses war einst mit einem Schwebebalken, verschiedenen Strebestangen und Ringen ausgestattet.

Die Stallungen der Pferde der Kaiserin waren im linken Flügel des Hoftraktes untergebracht. Die originale Stalleinrichtung, wie die Trennwände der Boxen und (damals üblichen) Stände, sind heute noch zum Großteil vorhanden. Zwischen Boxen- und Anbindestall gibt es ein so genanntes „Rondeau“. Ein kreisrunder Bau im Durchmesser von 20 Meter, in dem die Pferde bei schlechtem Wetter longiert werden konnten. Ab den 1950er Jahren bis ins Jahr 2005 wurden diese Stallungen als Sommerstall für die Lipizzanerhengste der Spanischen Hofreitschule genutzt. Sieben Wochen lang wurden die Hengste im Tiergartengelände ausgeritten. 1962 drehte Walt Disney hier den Klassiker "Die Flucht der weißen Hengste".

Von der Hermesvilla wanderten wir entlang gut ausgeschilderter Wege in Richtung Hirschgstemm, bogen jedoch zuvor in Richtung Hubertuswarte ab. Auf dem Weg dorthin konnte man die Natur genießen, die Blumen bewundern und den Vögel beim Singen zuhören. Immer wieder bewunderten wir die wunderschöne Aussicht in den saftig grünen Wienerwald. So viel Natur am Rande von Wien war selbst für mich etwas Besonderes. Nach einer durch schattigen Wäldern gut begehbaren Steigung kamen wir endlich bei der Hubertuswarte an. 

Die Hubertuswarte befindet sich auf dem 508 m hohen Kaltbründlberg und ist nach dem hl. Hubertus, Bischof von Lüttich und Schutzpatron der Jagd, benannt. Während des Ersten Weltkrieges wurde auf dem Kaltbründlberg, dem höchsten Berg von Hietzing, ein militärischer Beobachtungsturm errichtet. Nach dem Verfall des Turmes wurde von den Besuchern des Lainzer Tiergartens, der nach dem Krieg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ein neuer Aussichtsturm gefordert. 1937 wurde vom Kriegsgeschädigtenfonds, der den Tiergarten von der Republik Österreich übertragen bekommen hatte, nach längerem Zögern die heutige Hubertuswarte errichtet.

Die Höhe der Warte bis zur Plattform beträgt etwa 20 Meter, die Gesamthöhe knapp über 22 Meter. Die Warte ist ein wehrturmartig wirkender Turm aus Bruchsteinmauerwerk mit einem quadratischen Querschnitt und leicht konisch. Den Abschluss bildet eine auskragende Betonplattform. Dort bietet sich ein Rundumblick über Wien und die umliegenden Berge. Der Aufstieg erfolgt über eine innenliegende halbrunde Betonstiege mit 122 Stufen. Die Stiegenhausbelichtung erfolgt über vier südseitig angeordnete Fenster. Ebenfalls südseitig und ebenerdig befindet sich eine blaue glasierte Tonrelief-Gedenktafel mit Inschrift und dem hl. Hubertus. Die Tafel wurde im Krieg beschädigt und danach absichtlich in diesem Zustand belassen.

Von der Hubertuswarte wanderten wir weiter in Richtung Rohrhaus, einem netten Gasthaus inmitten der wunderschönen Landschaft. Die Speisekarte ist recht überschaubar, lässt jedoch einem hungrigen Wandersmann keine Wünsche offen. Der Preis für ein Cordon bleu mit Pommes und Salat oder ein großes Wiener Gulasch mit Knödeln um je knapp über 9,00 Euro sind in Ordnung, wird man noch dazu von einem netten Kellner bedient.

Für die Wanderung haben wir gut zwei Stunden (ohne Einkehr) benötigt. Teilweise war der Weg recht steil, ist aber gut mit festen Schuhen zu meistern. Dass man wegen den Wildtieren von den Wanderwegen nicht abkommen soll, gehört zur Selbstverständlichkeit. 

Links: Gasthaus Rohrhaus | Lainzer Tiergarten 

Fotos: Meine Männerwelt

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