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Erneut bizarrer Asylbescheid

Solche Meldungen brauchen viel Aufmerksamkeit, denn sowas soll und darf nicht passieren. Aus diesem Grund berichte ich auch in meinem Blog über diesen Fall. Könnt ihr euch noch erinnern: Für Spott und international mediales Aufsehen sorgte ein negativer österreichischer Asylbescheid an einen homosexuellen Afghanen, von dem die Wochenzeitung Falter berichtete. Der Gang, das Gehabe und die Bekleidung war für den Beamten zu wenig schwul. Nun kommt der nächste Hammer: Ein in Österreich Asyl suchender Iraker präsentiert sich nun zu mädchenhaft. Wie „schwul“ soll man sich als homosexueller Asylwerber bei der Einvernahme den Beamten des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) gegenüber gebärden? Wie muss man sich kleiden, welches Gehabe und welcher Gang passen zu einem Homosexuellen? Diese Fragen stellt man sich angesichts zweier Ablehnungsbescheide mit dubiosen Begründungen. 

So soll nun ein 27-jähriger Iraker bei der Einvernahme ein „überzogen mädchenhaftes Verhalten“ an den Tag gelegt haben. 2015 floh Firas aus dem Irak und beantragte in Österreich Asyl. Zu seinen Fluchtgründen befragte ihn am 8. Mai 2018 das BFA in Graz. Im Protokoll gibt er an, seit seinem 16. Lebensjahr homosexuell zu sein. Dies habe er im Irak sogar vor seiner Familie verbergen müssen. Die Problematik für Homosexuelle ist, dass diese getötet werden, da dies gegen die Religion und Vorstellungen der Gesellschaft ist. Weiters beschreibt er seine Tätigkeit bei den „RosaLila Pantherinnen“ in Graz, wo er eine Broschüre zum Thema „Coming Out“ auf Arabisch übersetzt hat. Befragt nach der Community unterm Uhrturm nennt er die entsprechenden Szenelokale und berichtet, dass er auch Veranstaltungen wie den Tuntenball oder die Gayparade in Wien besuche. 

Der BFA-Beamte glaubt ihm kein Wort. „Besonders auffallend … war auch der Umstand, dass Sie sich erst ab den konkreten Fragen zu Ihrer Homosexualität fortwährend steigernd, eines stereotypischen, jedenfalls überzogenen ‚mädchenhaften’ Verhaltens (Mimik, Gestik) eines ‚sexuell anders Orientierten’ bedient haben, dies in Ihrem Fall aber lediglich gespielt, aufgesetzt und nicht authentisch auf die Behörde wirkte“, wurde im Bescheid vermerkt. Es sei „nicht glaubhaft, dass Sie sexuell anders (homosexuell) orientiert sind“, resümiert er. Erst vor kurzer Zeit war ein ähnlicher Fall publik geworden. Da hatte ein BFA-Beamter in Wiener Neustadt den Asylantrag eines Afghanen abgelehnt, weil dieser „zu wenig schwul“ wirkte. „Weder Ihr Gang, Ihr Gehabe oder Ihre Bekleidung haben auch nur annähernd darauf hingedeutet, dass Sie homosexuell sein könnten“, lautete die Begründung, die europaweit für Spott und Empörung sorgte. Dem Beamten wurde die Approbation entzogen.

Information gefunden bei kurier.at

Weitere Links: Bizarrer Asylbescheid aus Österreich (interner Link) | Homo.at (externer Link)

Fotos: Pixabay (Symbolbilder)

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