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Gays lieben Adults only Hotels

 

Gays bevorzugen für ihren Urlaub ein "Adults only Hotel". Doch Gays sind nicht die einzigen, selbst Eltern mit Kindern bevorzugen für ihren Urlaub schon mal ein Erwachsenenhotel. Urlaub und Erholung bei Kindergeschrei – das passt irgendwie nicht zusammen. Dass viele so denken, zeigt, dass es immer mehr Hotels nur für Erwachsene gibt. Kinder im Hotel? Ja, gern – im Kinderhotel! Denn genau dafür gibt es doch diese Nische. So wie es Golfhotels, Sporthotels, Tagungs- und Kongresshotels, Wellnesshotels, FKK-Hotels, Swingerhotels, Hundehotels, Gayhotels, Wanderhotels, Fahrradhotels und noch viel mehr gibt.

 

Keine Frage, die Welt benötigt selbstverständlich Kinder. Aber seien wir doch mal ehrlich: Was ist angenehmer – ein Speisesaal, in dem man sich morgens beim Frühstück mit seinem Partner austauschen und in aller Ruhe Zeitung lesen kann – oder ein Gerenne, Gerangel, Gequake, Geschrei, Geheul? Mal ganz vom verplemperten Orangensaft auf dem Fußboden und der mit Nutella, Honig und Marmelade bekleckerten Tischdecke auf dem Buffet abgesehen.

 

Ich kann an „Adults only“-Offerten und ihrer quantitativen Zunahme nichts politisch Inkorrektes entdecken. Warum sollen erwachsene Menschen, die kinderlos sind, oder gern mal kinderlos verreisen wollen, nicht auch mal das Recht auf eine Unterkunft ohne Kreischalarm und Lego-in-der-Lobby-Ausrutschgefahr haben? Was ist denn bitte Ehrenrühriges daran, wenn sich Adam und Eva (oder Adam und Adam, wahlweise Eva und Eva) im herrlich blubbernden Whirlpool oder einer romantischen, idyllischen Ecke eines Resorts zurückziehen wollen, ohne dass ihnen kieksende Prinzessinnen Lillifee oder kämpfende Clonekrieger begegnen und so die Stimmung vermiesen?

 

Nein, Kinder sind nicht per se „süß“. Auch Babys nicht. Kinder sind nun mal ungestüm, lebhaft, laut, lustig, launisch, unverfälscht, neugierig, frech. Und so sollen sie auch sein. Wenn man selbst Kinder hat, ist man natürlich verständnisvoller, toleranter, gnädiger und zugleich irgendwie auch tauber, blinder, abgestumpfter. Aber ich kann die „Kids, nein Danke“-Urlauberfraktion gut verstehen, die unter sich bleiben will. Die am Pool dösen möchte, ohne dass ein nasser Ball im Gesicht landet, die am Strand liegen mag, ohne dass zwei Neunjährige die Strandtücher als Slalomstangen sehen und den darauf Sonnenbadenden bei ihrer rasanten Verfolgungsjagd den Sand ins Gesicht wirbeln.

 

Daher kann ich es auch nachvollziehen und begrüßen, wenn selbst Clubanlagen wie die von Club Med oder Robinson, die ja generell als besonders familiengeeignet gelten, hier und da den Stecker ziehen und sagen: Hier bitte erst ab 18 Jahren. Besonders nervend an kleinen Kindern ist ihre Stimme, wenn sie sich zu einem schrillen Ahhhhhhh oder einem Ehhhiiiiiiihhh in die Höhe schraubt und dann für gefühlte Stunden dort bleibt.

 

Erwachsenen-Hotels - es werden immer mehr

 

Immer mehr Hotels trauen sich, es anzubieten, die Nische wächst: Urlaub ohne Kinder in der Unterkunft wird immer öfter gebucht. Der Wunsch nach Entspannung ohne Geschrei und ohne Arschbomben am Pool nimmt zu - und ist mittlerweile auch gesellschaftlich akzeptiert. Bis vor Kurzem war es ein heißes Eisen, das merkt man noch an vorsichtigen Formulierungen. "Dieses Hotel ist für Kinder nicht geeignet" steht da im Reisekatalog oder auf der Webseite. Soll eigentlich heißen: "Wir wollen hier keine Kinder." Aber der Hotelbesitzer will das so nicht schreiben - eigentlich unnötigerweise. Denn Urlaubsangebote, die Kinder ausschließen, gelten heute keineswegs mehr als so politisch inkorrekt wie noch vor einigen Jahren. Im Gegenteil: Angebot und Nachfrage nach Ferien ohne Geschrei beim Essen und ohne Lärm bei jedem Sprung in den Pool sind in den vergangenen Jahren geradezu explodiert.

 

Dadurch, dass der Markt in diesem Segment sehr stark wächst, ist diese Diskussion, die es vor einigen Jahren gab, komplett verschwunden. Früher hat man über Urlaub ohne Kinder kaum öffentlich sprechen können. Kinderfeindlichkeit und Egoismus waren die Hauptvorwürfe. Inzwischen ist das besser geworden. Nicht nur Gays lieben sie, auch Eltern kleiner Kinder. Da muss schon mal Oma und Opa herhalten, damit Papa und Mama mal einen erholsamen Urlaub machen können. Allerdings ist es immer noch so, dass viele Veranstalter sich nicht trauen, mit dem Thema offen umzugehen.

 

Alleine auf Mallorca hat sich die Zahl der Erwachsenenhotels innerhalb eines Jahres verdoppelt. Kinderfreie Hotels finden Urlauber heute also jede Menge. Bloß unter einem einheitlichen Namen sind diese Herbergen nicht zu finden. Hotels mit einem Gästemindestalter werden in Österreich vor allem als "Adults-Only-Hotels" angeboten. Weil das Wort Adult im Englischen oft auch mit Sex und Porno verbunden ist, sprechen andere Anbieter lieber von Erwachsenenhotels. Gemeint ist: Hotels, in denen Ruhe herrscht bei Tisch und am Pool. Die Mindestalter sind je nach Anbieter unterschiedlich: 16 oder 18 Jahre sind am geläufigsten. Das Herumdrucksen mancher Hoteleigentümer aus Angst, in den Ruch der Kinderfeindlichkeit zu geraten, sorgt beim Buchen von kinderfreien Hotels für die meisten Risiken.

 

Ich als Urlaubsgast möchte nicht mehr Urlaub von der Stange, sondern ich möchte meinen Urlaub ohne Abstriche und auf mich abgestimmt machen. Und der Trend, den Urlaub auf bestimmte Zielgruppen auszurichten, wird definitiv zunehmen. Die Ausrichtung auch auf kinderfreie Hotels ist jetzt komplett akzeptiert und ganz normal am Markt. Das Bedürfnis nach einer Auszeit wird immer größer.

 

Und seien wir uns doch mal ehrlich: Eltern tragen vieles mit bei, dass es immer mehr Adults only Hotels gibt. Man lässt die Kinder machen, überträgt den Service-Kräften oder Mitarbeitern der Hotelanlagen die Verantwortung.

 

Schön dass es sie gibt - die Hotels nur für Erwachsene! In diesem Sinne: Habt einen schönen und erholsamen Urlaub!

 

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